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Graziella hat zeitlebens ihre Gedanken in Sprache zu übersetzen versucht. Monate der intensiven Auseinandersetzung mit der Niederschrift von Gedanken, die sich in Geschichten, Miniaturen und Lyrik wiederfinden, wechselten mit jenen der Schreibhemmung und des Haderns angesichts der Frage, was es noch zu sagen gäbe, was nicht schon gesagt sei.

Am Ende stellt sie fest: «Der Wert des Geschriebenen liegt gerade in dem sehr persönlichen Ausdruck meiner Welt, der Beschreibung meines persönlichen Vermögens und Unvermögens mit dem Leben und dem Sterben umzugehen. Es ist ein Blick, den keiner in der gleichen Weise auf die Welt werfen kann. Neben dem Nutzen der Selbstklärung, eröffnete sich in der Folge ein neuer Zweck des Aufschreibens und Veröffentlichens eigener Erfahrungen und Erkenntnisse, indem diese gleichzeitig als Angebot einer Projektionsfläche für andere fungieren würden. […] Damit wäre mehr Wirkung erzielt als ich je zu hoffen gewagt hatte, nämlich Wirkung in Form von Berührung und Auseinandersetzung. Beides überwindet im Augenblick der Berührung Isolation, man fühlt sich verstanden oder ganz und gar missverstanden, jeweils auf jeden Fall sich selbst näher gebracht.»

In einem Kompendium zum Thema «Abschied» verschriftlicht sie einen Traum, den sie vor einiger Zeit geträumt und mir erzählt hat, und den ich damals schon als Auftrag empfunden habe:

«Die Botschaften rolle ich zu ganz dünnen Röllchen, die mich an schulische Schwindelzettel erinnern, und übergebe sie unbemerkt Karin. Sie schmuggelt diese ob ihrer Kleinheit problemlos aus der Anstalt. Danach soll sie die Texte transkribieren, um sie in einem Buch zusammenzufassen und zu veröffentlichen. Das ist das Ziel der gesamten Aktion. 

Welchen Inhalts die Texte sein werden, weiß ich nicht genau, sie sind erst zu verfassen. Ich weiß nur, es ist Wesentliches, das gesagt werden soll und für so manchen von Bedeutung sein könnten. Und es scheint Zündstoff für jene zu sein, die mich unter Beobachtung halten. Das bedeutet ein hohes Maß an Vertrauen, dass Karin die Texte, die aufgrund ihrer Knappheit einer Bearbeitung bedürfen, so authentisch wie möglich belässt.»

Und also habe ich mich aufgemacht und ihre Texte gesichtet. Texte, die sie auf Reisen handschriftlich, zu Hause am Computer und im Krankenhaus ins Handy geschrieben hat. Texte, die in der Tat nicht immer ausformuliert waren und gleichwohl «Zündstoff» haben. Texte über viele Jahre hinweg und Texte, die sie bis knapp vor ihrem Tod verfasst hat. Nun sind sie in diesem Buch «so authentisch wie möglich» ausgewählt und belassen. Wie ihre Fotografien und Collagen auch. Die Collagen fertigte sie mit dem Vorsatz, die sechs Grundformen der Gefühle bildlich zu fassen. Die Fotografien entstanden in Island, Italien und der Schweiz.

Karin Mairitsch

 

Ich bin eine unbegrenzte Möglichkeit
im Taschenformat 12×12 cm
40 Seiten Inhalt
Einband mit Klappe
Fadengeheftet

Bei Interesse siehe Website: Karin Mairitsch Subskription

CHF 15.-

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